banner_green.jpg

Remote-Station: Variante "RS-BA1"

Recht zuverlässig arbeitet die folgend beschriebene softwarebasierte Variante. Sie verwendet als zentrale Komponente die Icom-Fernsteuersoftware RS-BA1, Ver. 1.6.

Host-Seite (Server)

Die Host-Seite (auch Server-Seite genannt; Standort des Transceivers) hat den folgend dargestellten Aufbau:

RS-BA1: Schema der Host-Seite

Transceiver

IC-9100

Bemerkung: Der USB-Anschluss am IC-9100 wird nicht benutzt, weil

  1. er sehr HF-empfindlich ist und
  2. das unten beschriebene Interface mehr Funktionsvielfalt zu bieten scheint.
Interface

Das Interface, welches den Transceiver mit dem Host-Computer verbindet, sollte alle Sendearten unterstützen. Beispielsweise ist im Remote-Betrieb ein Umstecken des Mikrofonsteckers beim Wechsel zwischen SSB und PSK nicht möglich. Seit vielen Jahren bewähren sich bei mir die MicroKeyer II von MicroHam.
Ein wesentlicher Vorteil ist auch, dass die zugehörige Steuersoftware MicroHam USB Router zwei virtuelle Ports für die CAT-Steuerung (CAT & 2nd CAT) bietet. Damit kann neben der Software zur Transceiversteuerung (hier Icom Remote Control) ein weiteres Programm auf die CAT-Schnittstelle zugreifen, beispielsweise ein externes Logbuch.

Die Verbindung zwischen Transceiver und MicroKeyer II erfolgt bei mir mittels selbst gebautem Kabel. Kabeldiagramme für alle Transceiver findet man auf der entsprechenden MicroHam-Seite.

Host-Computer Ein Standard-PC mit Windows 7 Professional.
Software
  1. MicroHam USB-Router (Anwendung); ermöglicht die korrekte (und ziemlich komplexe) Konfiguration des MicroKeyers II.
  2. Icom Remote Utility (Anwendung); überträgt die CAT- und Audiosignale zwischen Host- und Remote-Seite.
  3. HRD Serial Port Server (Dienst); wird vor dem ersten Start konfiguriert und als Windows-Dienst installiert; ermöglicht die Übertragung zusätzlicher Signale (CW, FSK u. a.) zwischen Host- und Remote-Seite.

Der Dienst HRD Serial Port Server startet beim Booten des Computers automatisch, die beiden Anwendungen MicroHam USB-Router und Icom Remote Utility müssen als Programme jeweils manuell gestartet werden. Letzteres muss also beim Computerneustart aus der Ferne mittels Fernwartungs-Software (z. B. VNC Viewer) erfolgen.

 

Remote-Seite (Client)

Das Schema der Remote-Seite (Client-Seite; Operator-Platz) wird nachstehend gezeigt:

RS-BA1: Schema der Client-Seite

Remote-Computer Ein Notebook mit
  • Windows 8.1 Professional/64 Bit,
  • LAN-Anschluss und
  • externer USB-Soundkarte.
Software
  1. Icom Remote Utility (Anwendung): wird mit gleichnamiger Anwendung auf dem Host-Computer verbunden übernimmt die Übertragung der Steuer- und Audiosignale zwischen Remote- und Host-Computer;
  2. Icom Remote Control (Anwendung): stellt die Verbindung zur CAT-Schnittstelle des Transceivers her und ermöglicht damit dessen Steuerung durch den Operator (siehe Screenshot unten);
  3. Log Software (Logging-Software): Ermöglicht online-Logging und bei Bedarf cw- und Soundkarten-Betrieb. Bei mir wird hierfür schon lange Logger32 eingesetzt.
  4. HRD Serial Port Client: Ermöglicht die Übertragung von Signalen (CW, FSK, PTT, ...) zwischen (virtuellen) COM-Ports auf Remote- und Host-Seite; wird manuell gestartet.
  5. com0com Virtual Cable: Auf einen COM-Port kann immer nur eine Anwendung zugreifen. Da aber z. B. auf den CW-Port sowohl
    • die Log Software für die CW-Erzeugung als auch
    • Serial Port Client für die Weiterleitung des CW-Signals
    Zugriff haben müssen, werden mittels der Software com0com jeweils 2 virtuelle COM-Ports erstellt und zu einem virtuellen Kabel verbunden.
    Nutzer von 64-Bit-Window müssen eine signierte Version verwenden.

 

Ergebnisse

Round-Trip-Zeiten über Internet lagen bei 40 ms. Damit ist weitgehend verzögerungsfreies Arbeiten möglich. Ich arbeite per Remote auch im LAN, dann in zwei verschiedenen Subnetzen, hier liegt die Round-Trip-Zeit bei < 10 ms.

Die erzielten Ergebnisse waren insgesamt rechtbefriedigend:

  1. Die Fernsteuerung mit Icom Remote Control nutzt (fast) alle Features des Transceivers aus und arbeitet zuverlässig.
  2. Der Sound des Audiosignals ist klar und deutlich, sehr angenehm.
  3. Die Anbindung einer Logging-Software ist problemlos möglich.
  4. Nur das Starten der vielen Programme ist auf Dauer etwas lästig.

RS-BA1: Screenshot
Screenshot: CW mit internem Keyer